Die Geschichte vom Hammer - Wie uns negative Gedanken ausbremsen

 Wir verbringen viel Zeit damit die Verhaltensweisen unserer Mitmenschen zu analysieren, ohne oftmals jedoch zu wissen was tatsächlich dahinter steckt. So kann es viele Erklärungen für das (vermeintlich) flüchtige Grüßen des Nachbarn oder dem (vermeintlich) schroffen Umgangston einer Verwandten geben. Stecken wir jedoch bereits in einem negativen Gedankenkreis oder einer schlechten Stimmung, dann werten wir das Verhalten des Nachbarn auch entsprechend negativ und auf uns bezogen. Wie in der folgend erzählten Geschichte, neigen negative Gedanken dazu weitere negative Gedanken nach sich zu ziehen. Genau deshalb ist es so wichtig, negative Gedankenmuster frühzeitig zu     erkennen und zu verändern. Sobald man erkennt, dass man sich in diesem Denken verheddert hat, hat man bereits den ersten Schritt zur Veränderung ermöglicht.

 

Bewusst - Sein

Bewusstheit über das Dasein dieses negativen Denkens ist die Vorstufe zur Veränderung und bereits die "halbe Miete".

Nur so kann eine negative, depressive Spirale  durchbrochen werden und eine entspanntere Sichtweise das eigene Wohlbefinden verbessern. Die folgende Geschichte stammt aus dem sehr lesenswerten Buch Anleitung zum Unglücklichsein von dem Kommunikationswissenschaftler, Psychotherapeuten und Philosophen Paul Watzlawick. Hier die Geschichte:

 

Die Geschichte vom Hammer

Ein Mann will ein Bild aufhängen. Den Nagel hat er, nicht aber den Hammer.

Der Nachbar hat einen. Also beschließt unser Mann, hinüberzugehen und ihn auszuborgen. Doch da kommt ihm ein Zweifel: Was, wenn der Nachbar mir den Hammer nicht leihen will? Gestern schon grüßte er mich nur so flüchtig. Vielleicht war er in Eile. Vielleicht hat er die Eile nur vorgeschützt, und er hat was gegen mich. Und was? Ich habe ihm nichts getan; der bildet sich da etwas ein. Wenn jemand von mir ein Werkzeug borgen wollte, ich gäbe es ihm sofort. Und warum er nicht? Wie kann man einem Mitmenschen einen so einfachen Gefallen abschlagen? Leute wie dieser Kerl vergiften einem das Leben. Und dann bildet er sich noch ein, ich sei auf ihn angewiesen. Bloß weil er einen Hammer hat. Jetzt reicht´s mir wirklich. - Und so stürmt er hinüber, läutet, der Nachbar öffnet, doch bevor er "Guten Tag" sagen kann, schreit ihn unser Mann an: "Behalten Sie Ihren Hammer".

 

 

 Weiterführende Literatur: Paul Watzlawik - Anleitung zum Unglücklichsein